Grundlagen
Das Ausmaß des Problems
Die mit den Störungen des Knochen-Muskel-Systems verbundenen Probleme betreffen alle Staaten der Europäischen Union im ähnlichen Grade. Jeden Tag klagen 24 % der Arbeitnehmer in Europa über Wirbelsäulen-, 22 % über Muskelschmerzen.
In den neuen Mitgliedsstaaten kommen diese Störungen noch öfter vor, entsprechend: bei 39% und 36% der Arbeitnehmer. Ca. 15 % der Arbeitsunfähigkeitsfälle ergeben sich aus Wirbelsäulenbeschwerden. 50 % der vorzeitigen Renten in Europa sind Folgen von Krankheitsveränderungen an der Wirbelsäule. Die Knochen-Muskel-Störungen führen zu Leiden, Arbeitsunfähigkeit und Verlust von Gehältern der Arbeitnehmer sowie zu hohen Kosten für die Arbeitgeber und die Wirtschaften der Staaten.
Die europäische Prüfungs- und Informationskampagne "Manuelle Handhabung von Lasten 2008" konzentriert sich auf die Branchen Einzelhandel und Bauwesen und ist eine Fortsetzung der 2007 vorgenommenen Maßnahmen in den Bereichen Transport und Gesundheitswesen.
Durch die Erweiterung der Kampagne auf neue Branchen, in denen die mit dem Handtransport verbundenen Probleme sehr komplex sind und viele Arbeitnehmer betroffen, soll das Risikobewusstsein der Arbeitnehmer und Arbeitgeber steigern und, was wichtig ist, dazu führen, dass immer öfter das sog. Good Practice für die Beseitigung oder wesentliche Einschränkung der manuellen Handhabung von Lasten auf dem Gebiet der Europäischen Union Verwendung findet, überall dort, wo es möglich ist.
Zu diesem Zweck werden Schulungen und Kontrollen geführt sowie Informationsmaterialien vertrieben. Während der Schulungen und Kontrollen werden vor allem Good Practice Beispiele bei der Einschränkung von Handtransport dargestellt, sowie die vom Ausschuss Hoher Arbeitsaufsichtsbeamter empfohlenen KIM- und MAC-Werkzeuge zur Beurteilung von Berufsrisiken. Verwendet werden auch Materialien zur Beurteilung von Berufsrisiken, herausgegeben von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Bilbao. Sowohl Arbeitnehmer, als auch Arbeitgeber werden während der Kampagne kostenlose Hilfe der örtlichen Arbeitsaufsichtsbehörden in Bezug auf die richtige Arbeitsorganisation, Ausführung von Transportarbeiten oder Beurteilung von Berufsrisiken in Anspruch nehmen können.